Werner-von-Siemens Realschule, Düsseldorf

Stolpersteine putzen

Die Klasse 10a ist im Rahmen eines Thementag-Projekts durch die Stadt Düsseldorf gezogen, um Stolpersteine zu reinigen und damit den Opfern der NS-Zeit zu gedenken.

Zuerst haben wir uns in der Schule getroffen. Mithilfe der App „Stolpersteine NRW“ hat sich dann jede Gruppe eine Route zurechtgelegt um möglichst viele Stolpersteine zu erreichen.

Immer wenn wir an einem Gedenkstein angekommen sind, haben wir diesen erst mit Messingreiniger poliert und anschließend mit Wasser und Lappen gereinigt, bis die Steine wieder geglänzt haben. Das Reinigungsset hat jede Gruppe zuvor aus dem Chemieraum der Schule erhalten.

Als wir uns schließlich zweieinhalb Stunden später am Burgplatz getroffen haben, konnten wir insgesamt 69 Stolpersteine reinigen, was fast 20% der gesamten Stolpersteine in Düsseldorf entspricht.

Die Aktion wurde von Passanten sehr gelobt. Ein Anwohner hat uns auch erzählt, dass jedes Jahr am 9. November (Datum der Reichsprogromnacht 1938) Menschen Kerzen neben die Steine stellen.

Unser Klassenlehrer Herr Armbrüster und die Klasse waren stolz darauf, einen Teil zum Gedenken an die Opfer des NS-Regimes beizutragen. Denn ein Mensch ist vergessen, wenn sein Name vergessen wird. Damit das nicht geschieht gibt es unter anderem seit 1992 das Projekt des Künstlers Gunter Demnig. Es werden meistens kleine quadratische Gedenktafeln aus Messing in den Gehweg vor den letzten frei gewählten Wohnorten der Menschen eingelassen. Menschen die während der NS-Zeit ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben worden sind, wird ein Stolperstein gewidmet.

Mittlerweile gibt es weit über 80.000 Stolpersteine in 27 europäischen Ländern. Damit sind Stolpersteine das größte dezentrale Denkmal der Welt. Da fast alle Opfer des Holocausts nicht beerdigt wurden, sind diese Stolpersteine auch ein Ort zum Gedenken für Nachkommen, aber auch für alle anderen, die stehen bleiben und nachdenken.

Durch Projekte wie die Stolpersteine werden diese Menschen nicht vergessen und wir erinnern uns daran, dass es unsere Aufgabe ist, alles dafür zu tun, dass so etwas wie der Holocaust nie wieder geschieht.

Kyan Paresh Kouli (Klasse 10a)